Ein Woh­nungsverkäufer, der unzutr­e­f­fende Angaben zur Größe ein­er Eigen­tumswoh­nung macht, muss Schadenser­satz leis­ten, wenn die Abwe­ichung der angegebe­nen von der tat­säch­lichen Größe der Woh­nung einen bes­timmten Rah­men über­schre­it­et.

OLG Stuttgart, Urteil v. 20. Dezem­ber 2018, Az. 14 U 44/18

Die unzutr­e­f­fende Beschrei­bung ein­er Eigen­schaft des Kaufge­gen­standes wider­spricht dem Rück­sicht­nah­mege­bot und kann daher Schadenser­satzpflicht­en wegen Ver­schuldens bei Ver­tragss­chluss aus­lösen — so das OLG Stuttgart.

In Bezug auf die Frage, wie hoch eine auf­grund ein­er Zirkaangabe erlaubte Abwe­ichung von der tat­säch­lichen Größe sein dürfe, könne die BGH-Recht­sprechung zur Wohn­raum­mi­ete nicht herange­zo­gen wer­den.

Bei dem vor­liegen­den Sachver­halt sei eine bis zu 5%-ige Abwe­ichung von der Größe­nangabe des Verkäufers noch zuläs­sig. Da die tat­säch­liche Abwe­ichung hier jedoch bei rund 12% läge, sei jeden­falls ein Schadenser­satz für die von 89 m² abzüglich 5% = 84,55 m² abwe­ichende Dif­ferenz zur tat­säch­lichen Woh­nungs­größe in Höhe von noch 6,35 m², mul­ti­pliziert mit dem Quadrat­meter­preis, zu leis­ten.