Lan­desar­beits­gericht Berlin-Bran­den­burg, Urteil v. 1. Novem­ber 2018, Az. 21 Sa 1643/17

Nach § 165 Satz 3 SGB IX sind schwer­be­hin­derte Beschäftigte, die sich intern auf eine aus­geschriebene Stelle bewor­ben haben, auch dann zu einem Auswahlge­spräch einzu­laden, wenn die Stelle berechtigter­weise nur intern aus­geschrieben wor­den ist. Dies gelte jeden­falls dann, wenn Auswahlge­spräche stat­tfind­en.

Im Falle ein­er Bewer­bung schwer­be­hin­dert­er Beschäftigter auf mehrere Stellen mit iden­tis­chem Anforderung­spro­fil sei eine Ein­ladung zu einem Auswahlge­spräch für jede der Stellen nur ent­behrlich, wenn die Auswahl auf­grund eines iden­tis­chen Auswahlver­fahrens erfol­gt, die Auswahlkom­mis­sio­nen per­so­n­eniden­tisch sind und zwis­chen den Auswahlentschei­dun­gen nur wenige Wochen liegen.

Im Übri­gen könne eine ungerecht­fer­tigte Bevorzu­gung schwer­be­hin­dert­er Mehrfach­be­wer­berin­nen und -bewer­ber durch eine Zusam­men­le­gung der Auswahlge­spräche in Anwe­sen­heit aller Auswahlkom­mis­sio­nen oder durch unter­schiedliche Fra­gen und Auf­gaben­stel­lun­gen in den jew­eili­gen Auswahlver­fahren ver­mieden wer­den.